Was euch in der Schule verboten wurde und ihr trotzdem getan habt

An einer Schule in Rottenburg dürfen Schüler*innen weder Jogginghosen tragen noch Knabberzeug naschen. Wir haben euch gefragt, welche Verbote ihr ertragen musstet und ob ihr euch an die Regeln gehalten habt.

Wir haben euch gefragt, was an euren Schule verboten war.
Wir haben euch gefragt, was an euren Schule verboten war. Illustration: Elif Kücük / ze.tt

Die Kreuzerfeld-Realschule in Rottenburg setzt ihre Verbotsliste fort: Ab sofort sind Freizeitkleidung und Snacks wie Chips und Kaugummis in der Schule untersagt. Das berichtete zunächst das Schwäbische Tagblatt. Zuvor waren an der Schule bereits Kopfbedeckungen verboten worden, die nicht aus religiösen Gründen getragen werden.

„Wir wollen unsere Schüler sensibilisieren“, teilte Schulrektor Hartmut Schänzlin dem Schwäbischen Tagblatt mit. Laut Schänzlin sei es das Ziel, die Schüler*innen für eine passende Kleiderwahl für unterschiedliche Veranstaltungen wie Abschlussfeiern, Gerichtsverhandlungen und den Unterricht zu schulen. In der Schulordnung heißt es nun: „Wir kleiden uns in der Schule angemessen. Unsere schulische Kleidung unterscheidet sich von unserer Freizeitkleidung.“ Welche Klamotten künftig unter den Begriff der Freizeitkleidung fallen, müsse noch geklärt werden. Der Konsum von Süßigkeiten und Energydrinks würde außerdem Müll produzieren und die Schüler*innen vom Lernerfolg abhalten, so Schänzlin.

Sowohl Elternsprecher*innen als auch die Gesamtlehrer*innenkonferenz hatten an der Formulierung des Verbots mitgewirkt. Laut Schänzlin äußerten sich viele Eltern bislang positiv zur Aktion. Auf Twitter gingen die Meinungen über die neuen Schulregeln hingegen weit auseinander. Einige User*innen erinnern sich an früher, als solche Verbote noch nicht nötig gewesen wären. Andere User*innen kritisierten in Tweets die Wertevermittlung des weitreichenden Verbotes.

Bundesweit sind Schulen mit Bekleidungsregeln wie die Realschule in Rottenburg deutlich in der Unterzahl. 2015 hat eine Schule in Baden-Württemberg das Tragen von Jogginghosen verboten. Die Schulleitung begründete ihre Entscheidung damals damit, dass Kleidung auch etwas mit Haltung zu tun habe.

Das war damals bei euch an der Schule verboten

Das Aus für die Leggins, kein Ballspielen in den Gängen und Dönerverbot auf dem Schulhof: Ihr habt uns verraten welche Vorschriften ihr früher über euch ergehen lassen musstet und wann ihr die Regeln gebrochen habt.

„Wasser trinken. Das Leitungswasser war als nicht trinkbar deklariert und das Mitbringen eigener Getränke war untersagt, stattdessen sollten die Schüler in den Pausen Milch und Kakao am Schulkiosk kaufen. Irgendjemand hat trotzdem immer irgendwie Wasserflaschen eingeschmuggelt und die wurden geteilt.“

„Mit dem ersten Fotohandy den Hintern des Lehrers filmen. Aber war damals vielleicht noch nicht offiziell verboten.“

„Wir hatten an unseren Klassenzimmern eine Terrasse, deren Betreten verboten war. Natürlich haben wir dort sogar geraucht.“

„Wir durften außerhalb des gelben Quadrats auf dem Schulhof nie rauchen, da passten aber nur fünf Schüler rein und bei einer Schule mit 900 Schülern gab es ein paar mehr Raucher in den oberen Klassen. Deshalb wurden wir ständig von den Lehrern durch die Gegend gescheucht.“

„Während der Freistunden auf dem maroden alten Klosterdach sitzen und musizieren (es ging fünf Meter steil nach unten). Es hat aber alle Instrumente inklusive Kontrabass wunderbar ausgehalten.“

„Katholisches Privatgymnasium: Wir haben die Messe geschwänzt und meine beste Freundin und ich sind stattdessen in die Stadt gelaufen und haben Bier gekauft.“

„In der Freistunde Sekt trinken. Achja … und Kaugummi kauen. Auch streng verboten.“

„Schwänzen, rauchen, kiffen, Alkohol trinken – wie jeder andere Schüler auch.“

„Kuchen geklaut, der für eine Ausstellung mit geladenen Gästen gedacht war.“

„Wir haben öfters Stunden geschwänzt, um dann mit dem Zug in die nächste Stadt zu McDonalds zu fahren. Und natürlich der Klassiker: Rauchen auf dem Schulgelände.“

„Mit dem Handy spielen und meiner ersten großen Liebe eine SMS schreiben.“

„Hasch-Brownies mitgebracht.“

„Nen Romadur hintern Heizkörper geklemmt, da bekam ich den einzigen Verweis meiner Schulzeit. Wegen ‚Verbreitens übler Gerüche‘, 1975.“

„Auf den Mattenwagen steigen!“

„Bachforelle im Schulaquarium ausgesetzt.“

„Wenn es mir zu viel wurde, bin ich einfach abgehauen und nach Hause gegangen. Das hat nie jemand verstanden, aber für mich gehörte es zu meiner persönlichen Überlebensstrategie.“

„Mit einem Weihnachtsbaum das Lehrerzimmer blockieren.“

„Hände am Vorhang abtrocknen.“

„Während des Unterrichts Musik hören.“

„In der Pause den Schulhof verlassen, um am Kiosk Brötchen mit Schaumküssen zu kaufen.“

„Mit Straßenschuhen ins Klassenzimmer!“

„Unterm Pult gegessen – bekam eine Ohrfeige dafür (circa 1971).“

„Stuhlschaukeln.“

Außerdem auf ze.tt