Was schreibt man einem One-Night-Stand?

Aus den Augen, aus dem Sinn – das funktioniert im Zeitalter allumfassender Erreichbarkeit nicht mehr. Aber was schreibt man einem One-Night-Stand am Morgen danach, ohne sich lächerlich zu machen?

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Nicht vergessen, den Namen unter die Nachricht zu schreiben! Foto: Huy Phan / Unsplash | CC0

Egal, ob du dich aus einem fremden Schlafzimmer geschlichen oder deine eigene Tür gerade hinter jemandem geschlossen hast, der Morgen nach einem One-Night-Stand kann sich ein wenig schräg und knorrig anfühlen.

Oft liegt das daran, dass einiges auf zwischenmenschlicher Ebene ungeklärt ist. War das jetzt für beide spannend genug für ein Wiedersehen oder wirklich eine einmalige Sache? Findet man sich ausreichend nett, um vielleicht ab und zu was trinken zu gehen oder würde man das Intermezzo lieber komplett vergessen? Die Einschätzung des emotionalen Aggregatzustandes des*r anderen ist umso schwieriger, wenn man sich erst ein paar Stunden kennt – hauptsächlich horizontal.

War’s schön oder schrecklich?

Natürlich liegt in der Einzigartigkeit der Begegnung ein Stück weit die Magie des One-Night-Stands. Allerdings muss der erste Eindruck hier nicht zwangsläufig der letzte sein. Denn selbst, wenn es so semi-gut gelaufen ist oder du ihn*sie nicht direkt deiner Mutter vorstellen möchtest – solange er*sie nicht absolut abstoßend war und auch nicht in felsenfesten Händen ist, kann eine Nachricht durchaus eine nette Geste sein. Wer sich zu Sex mit jemandem hinreißen lassen hat, den*die man regelmäßig sieht, kommt ohnehin nicht drumherum. Bloß was schreibt man einem One-Night-Stand, ohne Heiratsabsichten durchklingen zu lassen?

Dafür gibt es laut Datingexpertin und Buchautorin Nina Deißler keine Faustregel. In erster Linie hänge das davon ab, wie es zu dem One-Night-Stand kam, wie gut man sich kennt und wie er verlaufen ist: „Wenn es schön war, dann schreibt man vielleicht einfach kurz ‚Danke!‘ mit einem entsprechenden Emoticon dazu. Gibt es darauf eine Antwort, kann man sich ja durchaus zu einer weiteren Antwort hinreißen lassen.“ Wenn nicht, dann lieber nicht; der Wunsch des Gegenübers nach Einmaligkeit und Distanz ist zu respektieren.

Höflich und ehrlich nach dem One-Night-Stand

Außerdem rät Nina Deißler dazu, eine Nachricht nicht zu lange aufzuschieben und auch kein langatmiges Epos zu verfassen: „Wenn ich jemandem schreibe, dann bald und kurz.“ Ungünstig ist es, den*die andere*n nach einer Antwort minütlich mit Nachrichten zu bombardieren. Stattdessen locker durchatmen, die interne Impulskontrolle anschmeißen und im Zweifelsfall dann antworten, wenn es tatsächlich passt. Immerhin hat man ja noch ein eigenes Leben.

Coolness oder (Des-)Interesse vorzutäuschen, bringt nichts. Generell fährt man besser damit, höflich und ehrlich zu bleiben, je nach Humor-Level auch mit Augenzwinkern oder kleinen Anspielungen. Eines jedoch sollte man bei einer Nachricht an den One-Night-Stand in jedem Fall definitiv lassen, sagt Nina Deißler: „Niemals negatives Feedback geben – dann lieber einfach schweigen und vergessen.“ Ein weiterer Fauxpas ist es laut der Datingexpertin, mit den Gefühlen des*r anderen zu spielen: „Keine falsche Hoffnungen machen, wenn es ein One-Night-Stand bleiben soll.“ Lieber nett Bittedankegerne sagen und dann gut sein lassen.

Doch was auch immer man einem One-Night-Stand am nächsten Morgen schreibt, eine Regel sollte man auf jeden Fall dabei beherzigen: den eigenen Namen unter der Nachricht nicht vergessen.