In Sydney hat ein schwules Pinguinpaar ein Ei adoptiert

Die beiden Pinguinmännchen Sphen und Magic werden bald Väter. Nun kümmern sie sich liebevoll um ihr adoptiertes Ei.

ScreenshotPinguine

Sphen (vorne rechts) liebt Magic, (oben links). Screenshot: Sea Life Sydney

Sphen liebt Magic und Magic liebt Sphen. Das neue Powercouple des Sea Life Aquariums in Sydney teilt alles miteinander: Sie bringen sich die schönsten Steine für ihr gemeinsames Zuhause, sie schwimmen zusammen und verbringen jede freie Minute miteinander. Sphen und Magic sind zwei Eselspinguine, die die wahre Liebe gefunden haben.

Zu ihrem großen Glück fehlte den beiden Pinguinmännchen, die von Mitarbeiter*innen des Aquariums liebevoll Sphengic genannt werden, allerdings noch etwas. Denn die Brutzeit der Eselspinguine steht bevor. Damit sich Sphen und Magic in dieser Zeit nicht von der Gruppe ausgeschlossen fühlen, gaben ihnen die Mitarbeiter*innen des Sea Life eine Ei-Attrappe, um die sich das Paar kümmern sollte. In der Brutphase ist jeweils ein Teil des Paares dafür zuständig, das Ei schön warm zu halten. Solange watschelt der*die Partner*in herum und hält Ausschau nach potentiellen Eierdieb*innen. Danach wird getauscht. Gelebte Gleichberechtigung sozusagen.

Liebevolle Papas

Da Magic und Sphen sich so liebevoll um ihre Ei-Attrappe kümmerten, beschloss das Sea Life Team, den beiden ein echtes Ei zu überlassen. Die beiden Pinguine wurden zu Adoptivvätern des verstoßenen zweiten Eis eines anderen Pinguinpärchens. Da das Ei rund um die Uhr gewärmt werden muss, ist es Pinguinpaaren nicht möglich, mehr als ein Ei auszubrüten. Laut Mitarbeiter*innen des Sea Life zeichnen sich Sphen und Magic schon jetzt als sorgsame Eltern aus und sorgen dafür, dass ihr Ei rund um die Uhr warm gehalten wird.

Während gleichgeschlechtliche Paare in Deutschland noch immer viele Schwierigkeiten überwinden müssen, bis eine Adoption für sie möglich wird, zeigen Magic und Sphen, was wirklich zählt: die Liebe zueinander und zu dem adoptierten Kind – oder Ei. Damit scheint das Sea Life Aquarium in Sydney in seiner Adoptionspolitik um einiges fortschrittlicher zu sein als manche EU-Länder.

Homosexualität ist unter Pinguinen auch in freier Wildbahn weit verbreitet. Queere Pinguinpaare nehmen immer wieder verstoßene Eier auf oder kümmern sich um Küken, die verwaist sind oder von ihren Eltern verstoßen wurden. In manchen Fällen versuchen sie auch, Steine auszubrüten. Doch dieses Schicksal blieb Sphen und Magic erspart. Das Paar freut sich nun auf sein erstes Baby.