Was zur Hölle ist ein Swama? Dieser Künstler vermischt zwei Tiere zu einem

Der Künstler Arne Olav Gurvin Fredriksen kombiniert zwei Tiere digital miteinander und erschafft damit neue Tiergattungen. So wird beispielsweise aus einem Fuchs (fox) und einer Ente (duck) ein Fuck.

Meerschweinchen seien irgendwie seltsam, fand Arne. Er war gerade 23 Jahre alt und mitten im Studium. Für seine Prüfungen zum Semesterabschluss 2012 war er die meiste Zeit mit Büffeln beschäftigt. Und wenn sein Kopf voll war, machte er eine Pause und lenkte sich ab. Unter anderem damit, über Meerschweinchen nachzudenken. Denn Meerschweinchen fand er irgendwie faszinierend, bizarr und vor allem harmlos. „Ein Freund und ich fanden diese Tiere so witzig, dass ich in den Lernpausen begann, in Photoshop mit ihren Bildern zu experimentieren und sie mit gefährlicheren Tieren zu kombinieren“, erzählt er. So kreierte er sein erstes Hybridtier. Er setzte einen harmlosen Meerschweinchenkopf auf einen gefährlichen Löwenkörper. Und auch wenn er es zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, war das der Startschuss für seine spätere Fotoserie Gyyporama.

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Arne heißt mit vollem Namen Arne Olav Gurvin Fredriksen und arbeitet heute als Elektrotechniker in Oslo. Mit den Tiercollagen verdient er zwar nicht seinen Lebensunterhalt, aber sie sind sein Hobby, denn sein Meerschweinchen-Löwen-Hybrid kam damals richtig gut an. Indem er zwei Tiere zu einem macht, kreiert er in regelmäßigen Abständen neue Tiergattungen. Mittlerweile sind nicht mehr zwangsweise Meerschweinchen involviert, sondern unter anderem auch Wale, Elefanten, Pferde, Affen und Vögel aller Art. Seinem Instagram-Account folgen bereits mehr als 19.000 Menschen.

Damit ein neu geschaffenes Hybridtier möglichst real aussieht, braucht der 29-Jährige zunächst zwei geeignete Fotos. Die schießt er nicht selbst, sondern sucht sie sich aus freien Online-Fotodatenbanken heraus. Den Rest erledigt er mit seinen Fähigkeiten in der Bildbearbeitung, die er sich selbst beibrachte. Ziel dabei sei immer, das neue Tier so real wie möglich aussehen zu lassen. „Es soll so aussehen, als könnte dieses Tier tatsächlich existieren“, sagt Fredriksen. Einige seiner Fans seien sogar so von seinen Tieren begeistert, dass sie sie sich auf den Körper tätowieren lassen würden.

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Den größten Spaß habe er dabei, einen Namen für eine neue Tiergattung zu finden. Normalerweise bittet Fredriksen dafür um die Hilfe seiner Instagram-Follower*innen. Auf seinem Kanal können sie neue Namen vorschlagen und dann für den besten abstimmen. So wird aus einem Pferd (horse) und einem Hai (shark) ein Shorse, und aus einem Elefanten (elephant) und einer Ente (duck) ein Elephuck. Fredriksens liebstes Bild sei bisher das Swama, eine Mischung aus einem Schwan und einem Lama. „Ich wünschte, das Swama würde wirklich existieren“, sagt er.

Künstler Arne Olav Gurvin Fredriksen kombiniert digital zwei Tiere und erschafft so neue, hybride Gattungen
Swama (Swan + Lama) © Arne Olav Gurvin Fredriksen

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