Wegen Männern in „langen Gewändern“ sperrte Polizei Teile des Kölner Hauptbahnhofs ab

Zehn Junge Männer sind am Dienstag offenbar wegen ihres Aussehens und angeblicher „Allahu Akbar“-Rufe von der Polizei festgenommen worden. Was da los?

Wegen Männern in „langen Gewändern“ sperrt Polizei Kölner Hauptbahnhof ab

Die Polizei nahm zehn Männer in "auffälligen Gewändern" fest. Screenshot: Tarek_Bae / Twitter

Sie liegen am Boden wie Schwerverbrecher. Die Hände auf dem Rücken fixiert. Die Stirn liegt auf den Fließen auf. Menschen am Bahnhof gaffen sie an.

Fotos zeigen diese Situation vom Dienstagvormittag am Hauptbahnhof in Köln. Was hatten die Festgenommenen verbrochen? Die jungen Männer zwischen 18 und 28  sollen den Bahnhof „im Laufschritt“ betreten haben; dabei trugen sie „auffällige Gewänder und Westen“, teilte die Polizei mit. Laut einem Zeugen sollen sie „Allahu Akbar“ (also: „Gott ist groß“) auf dem Vorplatz des Bahnhofes gerufen haben. Die Beamten sperrten daraufhin den Bereich weiträumig ab und nahmen zehn Männer mit auf die Dienststelle, wo Ermittler*innen des Staatsschutzes sie befragten.

Männer feierten das Zuckerfest

Bei der Befragung wurde schnell klar, dass es keinen strafrechtlichen Vorwurf gab. Ein Messer wurde beschlagnahmt. Vier der Männer hatten zuvor das Zuckerfest gefeiert, also das Ende des Ramadan, in einer Moschee. So erklärten sie ihre Gewänder.

Die Polizei muss sich nun dem Vorwurf des Racial Profiling stellen. Auf Twitter beschreibt ein User die Aktion so: „Was passiert, wenn man sich als Muslim anlässlich des #EidAlFitr festlich kleidet und rennt, um noch schnell den Zug zu bekommen.“

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