Weiße Komikerin parodiert Childish Gambinos „This Is America“ und greift ziemlich daneben

 

Nicole Arbour veröffentlicht eine Frauenversion von This Is America und setzt damit weißen Feminismus mit Waffengewalt und Rassimus gegenüber Schwarzen gleich.

Weiße Komikerin Nicole Arbour parodiert Childish Gambinos This Is America

"This is America, got rape in my area, you got a drink, the roofies got into ya", singt Nicole Arbour in ihrer Frauenversion. © Screenshot / Youtube / Donald Glover & Nicole Arbour

Anfang des Monats veröffentlichte Childish Gambino This is America. Seither führt der Song die US-Charts an, das Video sammelte innerhalb kürzester Zeit 126 Millionen Views auf YouTube. Schon jetzt heißt es, dass Childish Gambino damit einen der politischsten Songs aller Zeiten erschaffen hat. Denn die darin behandelten Themen wie Waffengewalt und Rassimus gegenüber Schwarzen in den USA erscheinen omnipräsent.

Diesen Sonntag veröffentlichte die kanadische Schauspielerin und Komikerin Nicole Arbour eine von ihr selbsternannte Frauenversion des Songs This Is America: Women’s Edit. Ihr Remake, in dem es vor allem um weiße Frauen geht, bekommt neben Klicks sehr viel Kritik im Netz ab.

Viel Kritik für Remake

Nicole Arbour scheint den aktuellen Erfolg von Childish Gambino als eine Art Sprungbrett für ihre feministische Mission nutzen zu wollen. Welche an sich ja gar nicht schlecht wäre. Denn sie behandelt im Video durchaus wichtige Themen wie Bodyshaming, Vergewaltigungsdrogen, den Druck von Social Media, die Erwartung eine Familie zu gründen, psychische Krankheiten oder Belästigung am Arbeitsplatz.

Trotz der wichtigen Themen scheint das Video fehl am Platz. Erstens, weil es den Anschein erweckt, als wolle Arbour um jeden Preis auf Gambinos Erfolgswelle mitschwimmen. Zweitens, weil das Video auch ganz eigenständig betrachtet nicht funktioniert. Arbour behandelt ihre Themen oberflächlich und plump. Dazu hilft es auch nicht, dass beinahe alle Personen of color, die im Video vorkommen, eine Täterrolle belegen.

Mittlerweile hat Nicole Arbour unter dem Video eine Erklärung veröffentlicht, in der sie betont, dass es sich um keine Entschuldigung handle. „Der Zweck meiner Interpretation war es, den Geist des Videos zu ehren, der mich absolut bewegt hat, indem ich meine und viele Lebenserfahrungen und Wahrheiten von Frauen zu den mutigen und brutalen Wahrheiten (…) hinzufüge.“

Auf Twitter kritisieren viele die Interpretation der Kanadierin weiterhin als rassistisch. Vor allem dafür, dass sie weißen Feminismus mit Waffengewalt und Rassimus in den USA gleichsetze.