Wer Falafel und Hummus mag, sollte diese Gerichte aus Ägypten unbedingt probieren

Die ägyptische Küche präsentiert sich einfach und doch kreativ. Ein Blick in das kulinarische Ägypten, der über Falafel und Hummus hinausgeht.

Koshari – das Nationalgericht

Koshari – das Nationalgericht Quelle: Instagram | justfreshka

Falafel, Hummus, Halloumi. Diese Gerichte verorten viele Menschen in die arabischen Küche, zu der auch jene Ägyptens gehört. Damit liegen sie richtig und doch hat die ägyptische Küche viel mehr zu bieten. Das merkt man schnell, wenn man sich im Netz zum Beispiel durch die vielen Rezepte von Wera van Dillen klickt.

Es gibt so viel mehr Speisen, die insbesondere auf ägyptischen Tellern serviert werden. Einige dieser Gerichte haben ihre eigenen Geschichten und außergewöhnliche Aromen, die du unbedingt probieren solltest. ze.tt hat sich auf eine kulinarische Reise in das Land der Pyramiden, Revolutionen und Festmähler begeben und stellt euch fünf Speisen zum Nachkochen vor.

Koshari – Das ägyptische Nationalgericht

Koshari bedeutet im Deutschen so etwas wie Mischmasch – zu Recht. Denn eigentlich besteht das ägyptischen Nationalgericht nur aus gekochten Linsen, Reis, Nudeln, Kichererbsen und Soße. Die Kalorien-Eiweiß-Bombe ist ein sehr sättigendes, veganes Gericht. Was lange als Arme-Leute-Gericht galt, ist heute das ägyptische Fast Food schlechthin. Einfach, vollwertig, lecker.

Zutaten

1 Dose Kichererbsen
150 g braune Linsen
500 g Reis
200 g Fadennudeln
200 g kurze Röhrennudeln
1 Dose passierte Tomaten
4 Zwiebeln
5 Knoblauchzehen,
2 EL Tomatenmark
2 Zitronen
50 ml Essig
Kreuzkümmel, Koriander, Chili, Kardamom

Zubereitung

Reis, Nudeln und Linsen in separaten Töpfen gemäß den Anleitungen gar kochen. Dann in einem Topf gut vermischen. Kichererbsen abschütten und dazugeben. Für die Tomaten-Essig-Soße Zwiebeln klein hacken und in etwas Öl oder Butter anbraten. Nun die passierten Tomaten, den gehackten Knoblauch und Essig dazugeben und mit Zitrone und Gewürzen abschmecken.

Foul – Der Eiweiß-Kick

Ebenso simpel in der Zubereitung, so genial im Geschmack und so vollwertig ist Foul Medammes, auf Deutsch „gekochte Bohnen“. Es gilt sowohl in Ägypten als auch im angrenzenden (Nord- und Süd-) Sudan als Nationalgericht. Die Ägypter*innen essen die Paste am Liebsten zum Frühstück, servieren sie allerdings auch zum Mittag- oder Abendessen. Oder eher zum Mittternachtsessen. In der Regel essen die Ägypter*innen erst am Nachmittag zu Mittag und in der Nacht zu Abend. „Wir schlafen halt nicht“, erklärt ein Ägypter auf Nachfrage.

Zutaten

1 Dose Favabohnen
1 Zwiebel, gehackt
3 Knoblauchzehen, gehackt
Kreuzkümmel
Petersilie, geschnitten

Zubereitung

Die Zwiebel in Olivenöl anschwitzen bis sie glasig sind. Dann die Favabohnen inklusive Saft dazugeben und leicht köcheln lassen. Den frischgepressten Knoblauch dazugeben, die Bohnen mit einer Gabel zerdrücken und mit Pfeffer, Salz, Kreuzkümmel und einem Spritzer Zitrone abschmecken. Das Foul mit gehackter Petersilie garnieren. Am besten schmeckt Foul, wenn man es mit arabischen Brot auftunkt – da kann auch getrost das Besteck weggelassen werden.

Mahshi – Die kreative Beilage

Mahshi heißt so viel wie „“das Gefüllte“. Bei dieser Speise handelt es sich eigentlich nur um die Idee, verschiedenes Gemüse, wie Paprika, Zucchini, Auberginen, Kohl oder Weinblätter mit Reis zu füllen, statt den Reis lieblos auf einen Haufen neben ein Stück Fleisch mit Soße zu drapieren. Wieder einmal sind die Ägypter*innen eine Topflänge kreativer und praktischer unterwegs als die deutschen Kartoffeln.

Zutaten

Wahlweise füllbares Gemüse oder Kohl- oder Weinblätter
250 g Rundkornreis, gekocht
2 Tomaten, geschält und gewürfelt
2 kleine Zwiebeln
3 Knoblauchzehen, gehackt
1 Bund glatte Petersilie, gehackt
Kreuzkümmel, Chili

Zubereitung

Reis kochen und Zwiebeln anbraten. Die Zutaten für die Füllung gut vermengen und die Füllung mit Gewürzen abschmecken. Das Gemüse aushöhlen und mit der der Mischung füllen oder die Wein- beziehungsweise Kohlblätter um die Füllung herum fest zusammenwickeln. Die Rollen auf den Boden eines Topfes schichten, mit einer Tasse heißer Brühe aufgießen und circa 30 Minuten bei mässiger Hitze im geschlossenen Topf garen.

Tirmis – Der gesunde Snack

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Statt gehäufte Chips oder andere frittierte Dinge zum snacken beim Spieleabend zu servieren, bedienen sich die Ägypter*innen an Tirmis, gekochten Lupinen. Die Bohnen, die mittlerweile ihren Weg als Pendant zur Sojabohne als Fleischersatzprodukt in die deutschen Supermärkte gefunden haben, können auch unverarbeitet beziehungsweise lediglich gekocht verzehrt werden.

In den Straßen Kairos findet man oft kleine Wagen, die Tirmis in Plastikbechern mit Zitrone garniert als Street Food verkaufen. In ländlichen Gebieten werden Tirmis zu Feierlickeiten aufgetischt, zum Beispiel zum Zuckerfest am Ende des Fastenmonats Ramadan. Nach der Fastenzeit sollen die Lupinen besonders magenschonend wirken. Von solchen gesunden Snacks könnten sich die Deutschen gut was abschneiden.

Zutaten

250 g Lupinen
Salz
Saft einer kleinen Zitrone
Kreuzkümmel und Chili nach Belieben

Zubereitung

Lupinen mit Wasser bedecken und mindestens 24 Stunden einweichen lassen. In der Zeit circa viermal das Wasser auswechseln. Die Lupinen quellen auf und verlieren dadurch einige Bitterstoffe. Die nun gelblichen Lupinen abgießen und in frischem Wasser aufkochen und dann zwei Stunden köcheln lassen. Das Salz zugeben und noch mal 45 Minuten köcheln lassen. Nach Belieben mit etwas Zitronensaft, Kreuzkümmel und Chili verfeinern.

Um Ali – Das improvisierte Dessert

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Ägyptische Frauen werden oft als „Mutter von …“ angesprochen. Das Dessert Um Ali, ein süßer Brotauflauf, ist nach seiner Erfinderin benannt, „der Mutter von Ali“. Um ihrem hungrigen Sohn Ali zu sättigen, hatte die arme Frau der Legende nach einfach alle Lebensmittel in einen Topf geschmissen, die sie noch in ihrer Vorratskammer fand. Heraus kam eine preiswerte, leckere Nachspeise, die bis heute gerne gegessen wird.

Zutaten

300-500 g Brotreste
1 l Milch
100 g Zucker
1 TL Vanillezucker
75 g Kokosnuss
75 g Mandeln oder Haselnüsse
75 g Rosinen
150 g Schmand

Zubereitung

Das Brot, es können auch Croissants, arabisches Brot, Blätterteig oder ähnliches sein, zerpflücken und in eine ofenfeste Auflaufform legen. Die gehackten Mandeln, Kokosnuss und Rosinen dazwischen streuen. In einem Topf Milch, Zucker, Vanillezucker und Schmand erhitzen. Die Flüssigkeit in die Auflaufform geben, sodass das Brot gut bedeckt ist. Bei 200°C etwa 20 Minuten im Backofen backen, bis sich eine goldene Kruste bildet.


Hinweis: In einer früheren Version dieses Textes wurde der Blog aegyptischkochen von Wera van Dillen nicht ausreichend erwähnt. Dies haben wir Dank Hinweisen aus unserer Community am 16.4.2018 nachgeholt.