Wer was schaffen will, gehört ins Homeoffice

Von wegen nur Jogginghose und Netflix! Leute, die im Homeoffice arbeiten, sind nicht nur zufriedener – sie sind auch produktiver.

In der Jogginghose im Bett arbeiten: Ein Hoch auf das Home Office!

In der Jogginghose im Bett arbeiten: Ein Hoch auf das Home Office! Foto: Dylan Gillis / Unsplash | CC0

Schön zu Hause auf der Couch sitzen, seelenruhig aus dem Lieblingsbecher Kaffee schlürfen – und dabei so richtig in die Tasten hauen! Homeoffice verbindet das beste zweier Welten. Doch obwohl das Internet und die Verbreitung digitaler Endgeräte das Arbeiten im Zuhause für immer mehr Jobs ermöglicht, nutzen nur wenige Angestellte diese Option. Laut einer Studie des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales dürfen in Betrieben mit mehr als 500 Mitarbeitenden in Deutschland nur 23 Prozent im Homeoffice arbeiten.

Einer der Gründe: Noch immer haftet der Heimarbeit das Aroma von Faulenzerei und Versiffung an. Dabei ist das Gegenteil der Fall!

Homeoffice wirkt

Nicholas Bloom, Wirtschaftsprofessor an der kalifornischen Elite-Uni Stanford, fand in einer Untersuchung heraus, dass Angestellte im Homeoffice im Schnitt 13,5 Prozent produktiver waren als Kolleg*innen im Unternehmen. Sie arbeiteten länger und fokussierter, legten seltener Päuschen ein, waren nicht so oft krank und sogar glücklicher. Zudem konnte das an der Untersuchung beteiligte Unternehmen durch den Wegfall der Büroarbeitsplätze seine Kosten reduzieren.

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Wohin der Trend geht, ist klar. „Heimarbeit nimmt rasant zu, weil günstige Computer und das Internet es leichter machen“, sagt Professor Bloom im Interview mit ze.tt. Dabei müsse man zwischen zwei Arten der Heimarbeit unterscheiden: „Die eine ist Vollzeit, also vier oder fünf Tage pro Woche. Die andere ist Teilzeit, also einen Tag pro Woche. Die Teilzeitoption funktioniert sehr gut für die meisten Jobs, bei denen man nicht permanent körperlich anwesend sein muss.“

In der Ruhe liegt die Produktivität

Ein entscheidender Vorteil ist Ruhe. Ablenkungen durch geschwätzige Kolleg*innen, aktionistische Vorgesetzte oder dauernde Kund*innen-Anrufe sind im Homeoffice deutlich reduziert. Man kann sich die Zeit so einteilen, wie sie zum eigenen Bio-Rhythmus passt und dabei auch mal Dinge angehen, die liegen geblieben sind. „Einen Tag pro Woche zu Hause zu bleiben, gibt uns Zeit um nachzudenken, zu planen und Konzentrationsaufgaben zu erledigen“, sagt Nicholas Bloom. Und das kommt definitiv dem Job zugute.

Wichtig bei der Arbeit im Homeoffice ist natürlich ein gewisses Maß an Selbstorganisation und Disziplin. Logisch, denn auch zu Hause gibt es jede Menge Ablenkungen – von der gemütlichen Couch über die ungemachte Wäsche bis hin zu Spontanbesuchen. Die meisten Menschen arbeiten zu Hause aber tatsächlich mehr und müssen manchmal sogar aufpassen, dass sie sich auch Grenzen setzen.

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Win-Win-Win

Vorgesetzte tun jedoch nicht nur ihrem eigenen Unternehmen, sondern auch den Mitarbeitenden einen großen Gefallen. „Angestellte sind wirklich dankbar dafür, also ist das Angebot für einen Tag Homeoffice pro Woche ein guter Weg, sie glücklich zu machen und vielleicht von einer Kündigung abzuhalten“, sagt Professor Bloom zu ze.tt. Zum Beispiel, weil das anstrengende Pendeln in der Rush-Hour im öffentlichen Personennahverkehr oder mit dem Auto wegfällt.

Vollzeit im Homeoffice zu arbeiten funktioniert trotzdem nicht uneingeschränkt für alle. „Eher in Jobs, die man wirklich alleine machen kann wie Verkauf, Schreiben, Programmieren“, erklärt Nicholas Bloom. Allerdings wäre dafür dann Bezahlung nach Performance ein sinnvoller Ansatz. Und wer permanent im Homeoffice hockt, ohne jeglichen Kontakt zu Kolleg*innen, der*die droht natürlich, sich einsam und ausgeschlossen zu fühlen.

Eine Mischform aus Homeoffice und Anwesenheit sei daher die ideale Lösung, so das Ergebnis der Stanford-Studie von Professor Bloom. Ein bis maximal zwei Tage in der Woche zu Hause und alle sind happy. Kann doch nicht so schwer sein!

Kleine Anmerkung: Dieser Text wurde im Homeoffice geschrieben. Ja, in einer Jogginghose.