Wie diese Menschen einer Rollstuhlfahrerin wieder Hoffnung auf die Liebe geben

Emily sitzt seit Kurzem im Rollstuhl und konnte sich nicht vorstellen, wie so eine Liebesbeziehung funktionieren soll. Doch diese Twitter-Reaktionen überzeugen sie vom Gegenteil.

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Diese Menschen gaben eine Twitterin Hoffnung, die Liebe zu finden. Screenshots: MortuaryReport/crismir6, Twitter

Am Samstag scrollte Emily durch ihren Feed, der gespickt war mit Fotos der Gay-Pride-Parade in London. Doch zwischen den bunt-schillernden Kostümen entdeckt sie keine Menschen mit Behinderungen. „Durch meinen Elektrorollstuhl fühle ich mich wie ein unattraktiver und unerwünschter unsexueller Alien“, schreibt Twitter-Userin Emily Linka. Die Liverpoolerin sitzt erst seit wenigen Wochen im Rollstuhl, wie sie im ze.tt-Interview sagt.

Als ich den Rollstuhl bekam, fühlte ich mich so unsexy.

Emily Linka

Sie konnte sich nur schwer vorstellen, dass sie jemals wieder jemand lieben wird. Also beschloss sie, glückliche Paare mit Behinderung zu bitten, via Twitter ein Foto von sich zu schicken. Und die Schnappschüsse, die Emily erreichten, sind einfach überwältigend.

Emily leidet am Ehlers-Danlos-Syndrom, einer unheilbaren Bindegewebsstörung, die sich bei ihr wie eine Kreuzung zwischen MS und Epilepsie manifestierte. Zwei Wochen nachdem sie mit der Diagnose aus dem Krankenhaus entlassen wurde, wurde sie verlassen.

„Meine damalige Partnerin sagte mir, ich sei zu behindert und es sei zu stressig, mit mir zusammen zu sein. Ich war damals noch nicht einmal im Rollstuhl“, so Emily.

Doch die mehr als 1.700 Kommentare und bald 6.000 Retweets haben Emily gezeigt, dass Liebe auch bei einem Rollstuhl keine Grenze kennt.

Das, was mich an all den Bildern am meisten beeindruckt hat, ist, wie unterschiedlich sie sind. Es ist einfach Liebe in all ihrer unglaublichen Vielfalt.

Emily Linka

Die vielen tollen Worte und der Austausch mit anderen Menschen mit Behinderungen in diesem Thread gaben ihr wieder Kraft.

„Dieser Thread hat mich gelehrt, dass das Problem nicht bei mir liegt, sondern bei der Person, die gesagt hat, es sei zu schwer mich zu lieben“, sagt Emily. „Ich fühle mich privilegiert, die schönen Liebesgeschichten so vieler Menschen gesehen zu haben und Twitter etwas so Positives und Fröhliches gebracht zu haben.“

Die Engländerin wünscht sich nun vor allem, wieder in ihren Job als Autismus-Trainerin zurückkehren zu können. Sie hoffe, sich in ihrer „Haut wieder wohlfühlen und hoffentlich eine wundervolle Frau treffen“ zu können, mit der sie ihr Leben teilen kann.

Ende des Monats plant Emily an der Liverpool Pride teilzunehmen, um die LGBT-Kultur ihrer Heimatstadt und sich zu feiern. Wer weiß, vielleicht trifft sie dort ihre große Liebe.