Wie du damit umgehen kannst, wenn auf deine Bewerbungen nur Absagen kommen

Du bist zum ersten Mal auf Jobsuche und jetzt schon gefrustet? Eine Bewerbungscoachin erklärt, was diese Situation erträglicher machen kann.

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Und noch eine Bewerbung schreiben. Ivan Samkov / Pexels | CC0

Früher oder später werden wir alle vor dieser Herausforderung stehen: die Jobsuche. Jetzt heißt es Bewerbungen schreiben, Lebensläufe verschicken und hoffen, zu einem Gespräch eingeladen zu werden. Bei den einen klappt das früher, bei den anderen später – und bei manchen scheint gar nichts voranzugehen. Falls das bei dir zutrifft, zeigen wir dir – mit Ratschlägen der Berufs- und Bewerbungscoachin Christine Werner –, wie du mit der langen Jobsuche umgehen kannst.

Kurz Abstand nehmen

Wenn man merkt, dass gar nichts klappen möchte, dann sollte man einen Schritt zurücktreten. „Zum Ausgangspunkt zurückzukehren, ist immens wichtig“, erklärt Christine Werner. „Oft ist es sinnvoll, zu schauen, ob der Job, auf den man sich da gerade bewirbt, wirklich das ist, was man machen möchte. Vielen sind auch ihre eigenen Stärken und Potenziale gar nicht bewusst.“ Wer bei einem langen Bewerbungsprozess in Selbstzweifeln versinkt, beginnt sich zu stressen, die Konzentration wird schlechter und man verliert das eigentliche Ziel aus den Augen. Einmal Abstand zu gewinnen, ein wenig herunterzufahren, und dann einen rationalen Blick auf sich und seine Unterlagen zu werfen, hat schon viele Menschen zum Ziel geführt.

Jedes Gespräch als Chance sehen

Wenn es um die eigene Person geht, reagieren viele schnell emotional. „Natürlich ist jede Absage ein persönlicher Schlag. Die Schuld aber ohne nachzudenken bei sich oder dem Unternehmen zu suchen, führt in eine Sackgasse“, sagt Werner. „Viele Bewerber*innen sind nicht gut darin, sich zu präsentieren. Sagen aufgrund Nervosität in Vorstellungsgesprächen oft Dinge, die nicht förderlich sind.“ Hier sollte man sich Zeit nehmen, gewissenhaft üben und jedes Gespräch als Chance sehen. Vielleicht nicht unbedingt für einen neuen Job, aber auf jeden Fall für die persönliche Entwicklung.

Hilfe suchen

„Druck drückt weg“, so Werner. Wer sich permanent Gedanken macht, warum es mit der Jobsuche nicht klappt, und sich dabei immer mehr Stress auferlegt, für den*die kann professionelle Hilfe sinnvoll sein. „Wer schon mit Familie, Freund*innen oder dem*r Partner*in gesprochen hat und sich trotzdem nicht besser fühlt, der sollte sich nicht scheuen, nach Rat bei einer*m Coach*in zu suchen.“ Schließlich gefährdet man mit dem sich drehenden Karussell aus negativen Gedanken nicht nur die eigentliche Arbeitssuche, sondern auch die psychische Gesundheit.

Geduldig sein

„Hilfe, ich bin arbeitslos – das denken sich viele. Dabei ist es längst normal geworden, dass ein Bewerbungsprozess länger dauern kann. In vielen Branchen bekommt man erst nach drei Monaten eine Rückmeldung. Arbeitslosigkeit sollte kein Tabuthema und vor allem nicht so negativ behaftet sein. Schließlich kann es jede*n treffen.“ Außerdem – sofern man sich das leisten kann – sollte der Job passen und nicht das vom Verstand oder den Eltern aufgedrängte Übel sein, mit dem man seinen Lebensunterhalt finanziert. „Man muss eine andere Perspektive einnehmen“, erläutert Christine Werner abschließend. „Arbeitslos? Nennen wir es doch eher Jobfindung. Jeder Mensch ist individuell und so auch sein Bewerbungsprozess.“

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Von Kati Dirscherl auf Business Punk.

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