Wie du die richtige Strategie für deinen Instagram-Account findest

Bock auf mehr Follower*innen? So wird was draus.

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Die Fotos, die du schießt, sollten für dich stehen. Quelle: unsplash I CC0

Früher oder später stellt sich fast jeder Twenty-Something die Frage: Was will ich eigentlich mit meinem Instagram-Account anfangen? Will ich weiterhin ausschließlich privat unterwegs sein oder den Fokus auf mein Berufsleben verlagern? Oder wie kombiniere ich beides?

Viele meiner Bekannten avancierten in den letzten Jahren zu ihren eigenen Minimarken, nachdem sie den Berufseinstieg gemeistert hatten. Denn mal ganz ehrlich: Wir leben im Jahr 2018 – und nicht mehr 2012, als es uns genügte, alle fünf Tage ein Selfie und dann ein Foto vom Waldspaziergang bei den Großeltern zu posten. Instagram ist gerade für Künstler*innen ein idealer Ort, um Kreativität mit Business zu verbinden und Leute zu begeistern.

Welche Strategie dabei die richtige ist, muss jede*r für sich entscheiden. Folgende Fragen können dabei wichtige Denkanstöße zur Weiterentwicklung geben.

1. Was möchte ich mit meinem Account eigentlich aussagen?

Klar macht es Spaß, einfach random Fotos vom eigenen Alltag zu posten. Das Ding allerdings ist: Neben halb aufgegessenen Wurstsemmeln, Selfies mit der Mama und dem Foto vom #officelife sehen die meisten Versuche, professionell zu agieren, eher gescheitert aus.

Du bist Malerin? Zeig es. Sag es. Mache die Malerei zu deinem USP und zeige auf deinem Account, wie du als Malerin lebst und arbeitest. Du trainierst für einen Marathon? Vielleicht ist es Zeit, den Fokus genau dahin zu verlegen und den anderen Kram einfach wegzulassen?

Womit wir schon beim zweiten Punkt wären:

2. Wer soll mir folgen? Und: Würdest du es selbst tun?

Bevor ich etwas poste, denke ich darüber nach, ob es erstens zu meiner Strategie passt und ob es zweitens einen Nutzen für meine Follower*innen hat. Ich selbst folge ja schließlich auch nur Leuten, die ich entweder entweder kenne oder für das schätze, was sie auf ihrem Account präsentieren. Ich folge Accounts, von denen ich etwas lernen kann, die mir Einblicke in neue Themenbereiche gewähren, beispielsweise Florian Valerius, der auf @literarischernerd über neue, alte und liebste Bücher schreibt. Dort weiß ich genau, was mich erwartet – und greife daher auch auf seinen Account zurück, wenn ich mich gezielt über Bücher informieren möchte.

[Außerdem auf ze.tt: Du brauchst mehr Follower*innen auf Instagram? Ab nach Skuleskogen!]

Bevor du dich an deine Strategie setzt, überlege ganz genau: Was kannst du, was andere nicht können und inwiefern kannst du dein Wissen auf Instagram vermitteln, sodass andere von dir lernen wollen? Diesen Tipp habe ich übrigens von Jenna Kutcher, die auf @jennakutcher und @goaldiggerpodcast ihre Obsession mit Marketing-Themen auslebt und immer einen guten Ratschlag für ihre User*innen übrig hat.

3. Die Bio-Beschreibung

Statt Alter, Wohnort und einer wenig sagenden Allgemeinbeschreibung (27 yo / Vienna / Dreamer) könntest du auch das in die Bio schreiben, was potenzielle Follower*innen bei dir erwartet. So könnte deine Bio zum Beispiel heißen: „posts about living my life as a working single-mom“ oder „latin america enthusiast on her way to become a spanish teacher“

Wer die eigene Strategie in einem Satz zusammenfassen kann, hat schon viel gewonnen.“

Wer die eigene Strategie in einem Satz zusammenfassen kann, hat schon viel gewonnen. Beim Brainstorming darüber wird nicht nur klar, was die eigene Message ist, sondern auch, wohin der zukünftige Weg führen soll.

4. Der Wohlfühlfaktor

Die beste Strategie nützt nichts, wenn du dich unwohl dabei fühlst, über dein Thema zu sprechen. Wer nicht gerne über seine Arbeit spricht, dem rate ich eher vom Thema #worklifebalance oder #freelanceunited ab, weil es sonst zu einer kognitiven Dissonanz führen kann, die den Spaß an Instagram verdirbt.

Zu verbissen solltest du ohnehin nicht an die Strategie rangehen, denn sobald Instagram „nur“ noch beruflich gesehen wird, geht die Leichtigkeit oft verloren. Sofern du dich dafür entscheidest, mit deinen Gedanken nach draußen zu gehen, halte dich am besten an die Regel „80 Prozent Beruf und 20 Prozent Privatleben“. So ist deine Message mit 80 Prozent klar abgedeckt, und du hast immer noch 20 Prozent Spielraum für Selfies mit lustigen oder deepen Captions oder andere Inhalte, die deine „Hauptstrategie ergänzen“ – Kunst zum Beispiel.

5. Die Bildsprache

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Der Instagram-Account von @paper.and.poetry besticht durch seine klare Bildsprache und immer wiederkehrende Elemente.

Damit der eigene Feed nicht wie ein wild zusammengewürfeltes Buffet aus Screenshots, Selfies und #ootd besteht, kann eine einheitliche Bildsprache nicht schaden. Wer sich vorher eine Farbpalette überlegt, kann später gezielt Fotos schießen, die sich in deren Rahmen bewegen. Beispielsweise: Millennial Pink.

Genauso kann es nicht schaden, sich zu überlegen, in welcher Reihenfolge die eigenen Inhalte gepostet werden sollen. Meist sieht es besser aus, wenn du statt: Landschaftsfoto, Landschaftsfoto, Landschaftsfoto, Selfie, Selfie, Text, Screenshot wie folgt postest: Landschaftsfoto, Text, Selfie, Landschaftsfoto aus einer anderen Perspektive aufgenommen, Kunst, Text.

Abwechslung macht den schönen Feed aus und zeigt, welche immer wiederkehrenden Motive Follower*innen erwarten können, wenn sie das erste Mal auf deinen Account gelangen.

6. Nicht vergessen: Social Cards

Social Cards sind diese Textfelder mit Sprüchen drauf, die sich einfach via Screenshot in Stories teilen lassen.

Als Instagram Social Cards eignen sich 1.250 mal 1.250 Pixel große Quadrate, die man als Unterbrechung zum ansonsten fotolastigen Feed posten kann, um ein besonderes Zitat, eine Lebensweisheit oder einfach eine lustige Statusmeldung hervorzuheben. Best case: Freund*innen fangen an, andere Freund*innen darunter zu taggen.

Wer mag, kann auch dazu übergehen, jeden fünften oder sechsten oder siebten Post als Social Card einzuplanen. Aber Achtung: ein wenig Disziplin und Vorproduktion sind notwendig.

7. Was kommt in den Feed, was kommt in die Story

Daumenregel: Alles, was zu privat, vergänglich, unangenehm oder irrelevant ist, kommt in die Story. Das, was dich, deine Brand, deine Geschichte ausmacht, kommt in den Feed; als Sammelsurium deiner Erfolge, Herausforderungen und Erfahrungen, sozusagen. Der Feed ist damit die Ansammlung deiner fabrizierten Geistesprodukte, die Story mehr so das „Schick ich schnell der besten Freundin“-Äquivalent, das du ab und an doch mit einer größeren Masse teilen möchtest. Aus welchen Gründen auch immer. Viel Erfolg dabei!