Wie eine Frau aus Indien ihr Auto mit Kuhdung kühlt

Statt ihrer Klimaanlage nutzt Sejal Shah aus Indien Kuhdung auf der Karosserie. So zeigt sie, wie umweltbewusstes Kühlen geht. 

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37 statt 45 Grad Celsius im Auto – und das ganz ohne Klimaanlage. Foto: Facebook /Rupesh Gauranga

Auf den ersten Blick könnte es sich auch einfach um einen ungewöhnlichen Autolack handeln: mattbraun, in späterer Version mit weißen Balken, die mit dunklen Ornamenten verziert sind. Doch der Toyota, der durch die Straßen im indischen Ahmedabad rollt, verdankt seinen besonderen Look einem speziellen Gemisch: Kuhdung und Schlamm.

Ich wollte etwas tun, das die Umwelt vor den Schäden schützt, die wir mit unserem Verbrauch von Ressourcen anrichten.

Sejal Shah

Wozu brauche ich eine Klimaanlage, wenn ich Kuhdung habe? Das dachte sich wohl Sejal Shah, Hausfrau und Besitzerin des Wagens. Denn der klumpige Anstrich erfüllt einen ganz bestimmten Zweck: Der Kuhdung verhindert, dass sich das Auto schnell aufheizt und hält die Luft im Wagen länger kühl. Und das ist bei den hohen Temperaturen sehr wertvoll.

Shah kam auf die Idee, als sie Kuhdung für ihren Fußboden benutzte

„Ich wollte etwas tun, das die Umwelt vor den Schäden schützt, die wir mit unserem Verbrauch von Ressourcen anrichten“, sagte Shah der Nachrichtenagentur Reuters. Und so nutzt sie statt der Klimaanlage, die Sprit verbraucht, natürliche Rohstoffe, um ihr Auto kühl zu halten. Tatsächlich ist der von ihr angewandte Trick weit verbreitet in der Region: Kuhdung wird nicht nur als Desinfektionsmittel und für die Mückenabwehr eingesetzt, es enthält auch viel Stroh und wird auch an Häuserwänden angebracht, um sie gegen die Hitze draußen zu isolieren. Shah erzählte, sie sei auf die Idee gekommen, ihr Auto damit zu bedecken, als sie Kuhdung für ihren Fußboden benutzte.

Selbst bei Temperaturen von 45 Grad Celsius sei es somit in ihrem Wagen ohne Klimaanlage nicht wärmer als 37 Grad Celcius. Diesen hatte erstmals ein Facebook-User auf den Straßen von Ahmedabad entdeckt und Fotos davon geteilt, anschließend wurde die Wagenbesitzerin Shah von der lokalen Presse ausfindig gemacht. Da war ihr Auto schon längst eine virale Berühmtheit.