Wie ich durch Zen das Nichtstun lernte

60 Minuten lang still sitzen und auf eine Wand starren? Unsere Redakteurin begibt sich in unserer Podcast-Serie auf die Suche nach dem Glück. Dieses Mal probiert sie die buddhistische Meditationstechnik Zazen aus. Funktioniert das?

Podcast: Wie ich durch Zen das Nichtstun lernte

Einfach nur sitzen. Wie schwer kann das schon sein? Sehr! Foto: © Elif Kücük / ze.tt

In dem Podcast Eva auf dem Weg zum Glück versucht unsere Autorin zufriedener, ausgeglichener und auf Dauer glücklicher zu werden. Eigentlich geht es ihr ja gut. Und trotzdem ist sie manchmal wahnsinnig unzufrieden mit sich selbst und negative Gedanken überschwemmen ihren Kopf. Nachdem ihr typische Ansätze wie Ratgeber oder Selbstreflexion nicht weiterhalfen, testet sie nun in jeder Folge eine andere alternative Methode: New-Age-Trends irgendwo zwischen Spiritualität und Esoterik.

Nun sitze ich hier, mein Bein schläft ständig ein und meine Nase juckt. Ich traue mich weder mich zu bewegen, noch mich zu kratzen. Alle rund um mich sind mucksmäuschenstill. Ja, man würde hier eine Stecknadel zu Boden fallen hören.

Einfach nur sitzen. 60 Minuten auf eine weiße Wand starren. Die Aufmerksamkeit auf den Moment richten. Ohne etwas erreichen zu wollen. Wie schwer kann das schon sein?

Ich habe manchmal das Gefühl, nicht im Moment leben zu können: Bin ich beispielsweise im Urlaub, denke ich schon am Anfang darüber nach, wie schnell alles wieder vorbei sein wird, anstatt es einfach mal zu genießen. Besucht mich meine beste Freundin, bin ich bei der Begrüßung gedanklich schon wieder beim Abschied. Ich will meine Gedanken besser loslassen können. Im Fernsehen sehe ich durch Zufall eine Dokumentation über den Zen-Buddhismus. Einfach nur still Sitzen, ohne ein Ziel dabei zu haben. Auf Dauer soll man auf diese Weise weg vom egoistischen Ich kommen.

Zazen ist eine Art Meditationstechnik im Zen-Buddhismus und soll laut Wikipedia Körper und Geist zur Ruhe bringen. Ich will es ausprobieren und melde mich zum Stillsitzen in einer Zen-Gemeinschaft in Berlin an. Der erste Zen-Meister lässt mich gleich abblitzen und möchte nicht mit mir sprechen: Zen sei ein Weg der Erfahrungen und nicht der Worte, meint er. Außerdem brauche ich zehn bis 20 Jahre, um echte Erfahrungen zu machen. Am Ende fügt er noch hinzu: „Wer glücklich sein will, wird sicher nicht glücklich.“ Ich bin entmutigt, 20 Jahre will ich nun wirklich nicht Stillsitzen und auf eine Wand schauen, um glücklicher zu werden. Ich suche weiter und finde eine andere Zen-Gemeinschaft, die mich zur Einführung einlädt.

Wie es mir erging und ob Stillsitzen glücklich macht, könnt ihr euch in meiner vierten Podcast-Folge anhören.


Wo kann ich Eva auf dem Weg zum Glück hören?


In den vergangenen Folgen habe ich Tarotkarten gelegt, mich hypnotiseren lassen und beim Tantra-Yoga ausgezogen – wie haben euch die Folgen gefallen? Feedback, Anregungen und Ideen, was ich in der nächsten Folge auf der Suche nach dem Glück testen könnte, schreibt mir gerne an eva.reisinger@ze.tt. Ich freue mich über eure Post!