Wie sich diese junge Mutter aus häuslicher Gewalt befreite

Jahrelang ist für Bedi Beraca ihr eigenes Zuhause ein Ort der Angst und Gewalt. Doch um sich und ihre Kinder zu schützen, beschließt sie, sich zu befreien.  

Niemals hätte sich Bedi vorstellen können, dass der Mann, dem sie am meisten vertraut, ihr irgendwann wehtun könnte. „In den ersten Jahren unserer Beziehung lief alles gut“, sagt die heute 31-jährige Kölnerin. Nach einer gewaltvollen Kindheit fühlt sie sich endlich sicher. Doch eines Abends schlägt ihr heutiger Ex-Partner im Streit die dreifache Mutter. Über die Jahre wird die Gewalt kontinuierlich schlimmer und führt am Ende zu einer Fehlgeburt.

Ich kam an einen Punkt, an dem mir klar wurde, dass ich für mich vielleicht entscheiden darf, in Gewalt zu leben. Aber nicht für meine Kinder.

Bedi Beraca

Fast jeden zweiten Tag tötet in Deutschland ein Mann seine Partnerin

Jeder Mensch kann Opfer häuslicher Gewalt werden. Doch überwiegend sind es Frauen. Im aktuellen Jahresbericht der Kriminalstatistischen Auswertung des Bundeskriminalamts zur Gewalt in Partnerschaften wurden 138.893 Delikte von Partner*innenschaftsgewalt erfasst, darunter 82 Prozent Frauen, die schwere und mehrfache physische und psychische Gewalt in ihren Beziehungen erleben. Fast jeden zweiten Tag kommt es dabei sogar zum Tod von Frauen durch ihren Partner. Ein Problem, das sich durch alle gesellschaftlichen Schichten und ethnischen Hintergründe zieht.

Bei Partner*innenschaftsgewalt geht es für Täter*innen vornehmlich darum, maximale Macht und Kontrolle auszuüben, indem sie Betroffene weitgehend aus ihrem sozialen Umfeld isolieren und daran hindern, soziale Kontakte aufrecht zu erhalten, an die sie sich zur Not wenden können. Als letzter Ausweg bleibt oft nur noch eines der bundesweit etwa 180 Frauenhäuser und Frauenschutzwohnungen.

Ich würde Frauen raten, bereits beim ersten Anzeichen von Gewalt wegzulaufen und sich dann der Polizei, Ärzt*innen oder dem Jugendamt anzuvertrauen.

Bedi Beraca

Als Bedi beschließt, ihren Ex-Partner zu verlassen, findet sie Zuflucht bei ihren Angehörigen. Hier schafft sie es, neue Kraft zu schöpfen. Kraft, die sie in ihrem Workshop Ishah Hashuvah (zu deutsch: Die Gemeinschaft stärken) versucht weiterzugeben und Frauen zu ermutigen, sich aus gewaltvollen Beziehungen zu lösen.

Der Weg war nicht leicht. Aber meine Kinder haben mir die Stärke gegeben, aus dieser gewaltvollen Beziehung auszubrechen.

Bedi Beraca

 


HILFE HOLEN

Mit häuslicher Gewalt muss kein Mensch alleine fertig werden. Beim bundesweiten Hilfetelefon 08000/116016 kannst du dich anonym und vertraulich beraten lassen.