Wir haben die Duos für den SPD-Vorsitz gefragt, woran sie mit 20 geglaubt haben

Im Dezember wählt die SPD einen neuen Parteivorsitz, 14 Kandidat*innen treten an. Um Klarheit reinzubringen, haben wir nachgefragt, was sie über Politik und Popkultur denken.

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Die SPD einfach mal wieder hochleben lassen. Foto: Christof Stache / AFP / Getty Images

Die SPD ist auf Roadshow. Also nicht die gesamte SPD mit ihren über 430.000 Mitgliedern – sondern die 12 Menschen, die derzeit für den Parteivorsitz kandidieren. Seit Andrea Nahles im Juni von dem Amt zurückgetreten ist, führen Malu Dreyer und Thorsten Schäfer-Gümbel die Partei kommissarisch und vorübergehend bis Anfang Dezember. Dann entscheidet sich auf einem Parteitag, wer den Vorsitz übernimmt.

Für den Prozess der Vorsitzendenwahl lassen die Sozialdemokrat*innen sich dieses Jahr viel Zeit. Gesucht wird eine Doppelspitze aus einem Mann und einer Frau. Bis zum 1. September konnten sich Kandidat*innen aufstellen lassen – unter der Voraussetzung, dass sie die Unterstützung von mindestens fünf Unterbezirken oder einem Bezirk beziehungsweise einem Landesverband haben. Seit September touren die sechs verbliebenen Teams nun durch die Republik, um sich der Basis vorzustellen. 23 Regionalkonferenzen waren geplant, die letzte fand am 12. Oktober in München statt. Dann durften die Mitglieder online oder per Brief bis zum 25. Oktober abstimmen. Das Ergebnis soll einen Tag später bekannt gegeben werden. Wenn kein Team eine absolute Mehrheit erreicht, wird es eine Stichwahl zwischen Platz 1 und 2 geben. Auf dem Parteitag im Dezember wählen dann die Delegierten den Vorsitz.

Die neuen Parteivorsitzenden erwarten große Herausforderungen: Die SPD befindet sich in einem historischen Umfragetief, viele Mitglieder sind unzufrieden mit der Koalition mit der Union. Die Partei muss sich entscheiden, ob sie weiter auf eine Große Koalition oder auf Oppositionsarbeit setzt. Das Vorsitzendenteam wird die Weichen für die Zukunft der Partei und damit auch für Deutschland stellen. Die Wahl der Parteivorsitzenden hat deshalb eine hohe Bedeutung.

Wer sind eigentlich die 12 Menschen, die die SPD führen wollen? Unter ihnen sind wenige bekannte und sehr viele eher unbekannte Gesichter. Wir haben allen Satzanfänge geschickt mit der Bitte, diese zu vervollständigen. Das sind die Antworten der Kandidat*innen:

Olaf Scholz und Klara Geywitz

Geywitz und Scholz bilden wohl das bekannteste Team. Er ist Bundesfinanzminister und Vizekanzler in der Großen Koalition, sie war bis zur Landtagswahl im September 2019 Abgeordnete im Landtag in Brandenburg und ist Mitglied im SPD-Parteivorstand.

Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans

Esken ist Bundestagsabgeordnete und Teil der Parlamentarischen Linken der SPD, Walter-Borjans (parteiintern auch liebevoll Nowabo genannt) Ex-Finanzminister Nordrhein-Westfalens.

Christina Kampmann und Michael Roth

Kampmann ist Landtagsabgeordnete in NRW und ehemalige Landesministerin für Familie, Frauen und Kultur. Roth ist Staatsminister im Auswärtigen Amt und sitzt seit 1998 im Bundestag.

Petra Köpping und Boris Pistorius

Pistorius ist Innenminister in Niedersachsen – Köpping Ministerin für Gleichstellung und Integration in Sachsen und eine laute ostdeutsche Stimme innerhalb der SPD.

Nina Scheer und Karl Lauterbach

Lauterbach sitzt seit fast 14 Jahren als Gesundheitsexperte im Bundestag. Scheers Schwerpunkt liegt in der Umweltpolitik. Sie sitzt seit 2013 im Bundestag.

Ralf Stegner und Gesine Schwan

Schwan ist seit fast 50 Jahren Mitglied der SPD, Vorsitzende der Grundwertekommission der SPD und bewarb sich zweimal erfolglos für das Amt der Bundespräsidentin. Stegner ist stellvertretender SPD-Parteichef und ehemaliger Finanz- und Innenminister Schleswig-Holsteins.