Wir schreiben das Jahr 2019 und Twitter muss CDU-Politiker Axel Voss das Internet erklären

Der CDU-Politiker Axel Voss blamiert sich in einem Interview mit seiner Unwissenheit über das Internet. Unter dem Hashtag #Axelsurft führen Nutzer*innen auf Twitter ihn nun vor.

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Wie funktioniert das Internet, Herr Voss? Foto: Frederick Florin/AFP/Getty Images / Screenshots: Harry Bo, Oguz Yilmaz/Twitter

Ah, das Internet. Unendliche Weiten. Weltgrößte Datenbank für Katzenbilder und das Ding, das man braucht, damit man Netflix gucken kann. Während sich viele abseits dieser Funktionen nicht weiter mit dem World Wide Web beschäftigen, hört bei anderen Nutzer*innen der Spaß dann auf, wenn verantwortliche Politiker*innen mit ihrer Ahnungslosigkeit brillieren.

CDU-Politiker Axel Voss, der als Vater der umstrittenen EU-Urheberrechtsreform gilt, geriet in den vergangenen Wochen besonders in das Kreuzfeuer der Kritisierenden. In einem Interview mit Vice machte Voss jüngst mit Aussagen auf sich aufmerksam, die in den Augen vieler Nutzer*innen als Indikator für die Ahnungslosigkeit des 55-Jährigen im Umgang mit dieser komplizierten Thematik stehen. So sprach Voss in dem Interview beispielsweise von einer Meme-Rubrik auf Google, die beweisen soll, dass Uploadfilter in der Lage seien, Memes von urheberrechtlich geschütztem Material zu unterscheiden. Tatsächlich handelt es sich hierbei aber lediglich um Vorschläge, die die Suchmaschine basierend auf dem eigenen Nutzungsverhalten ermittelt.

Stark kritisiert wird an Artikel 13 die Einführung von Uploadfiltern. Sie seien fehlerhaft und würden Satire zum Beispiel nicht verstehen, sagen Kritiker*innen. Diese Filter seien nicht in der Lage, zwischen rechtswidrig verwendeten und legalen Inhalten zu unterscheiden, und würden pauschal alles löschen, was verdächtig aussehe, heißt es etwa auf netzpolitik.org. Kritiker*innen warnen vor einer Zensur im Netz. Bleibt die Reform, wie sie ist, sind auch die beliebten Memes und damit ein Stück Netzkultur in Gefahr. Denn auch sie sind meist urheberrechtlich geschütztem Material entnommen. Voss selbst räumte gegenüber Vice dabei ein, er sei kein Techniker und könne daher nicht erklären, „ob man Remixe dann wirklich so gut unterscheiden“ könne.

Dass Axel Voss keinen einzigen YouTube-Kanal abonniert hat? Geschenkt. Dass er glaubt, auf Google gäbe es eine Rubrik speziell für Memes? Nun gut. Während diese fast schon niedlich wirkende Naivität im Umgang mit dem Internet bei Omis und Opis gewöhnlich mit einem Schmunzeln beseelt wird, möchten unzählige Twitter-User*innen, bevor die Reform voraussichtlich am 26. März von den Mitgliedern des EU-Parlaments verabschiedet wird, wenigstens dafür sorgen, dass sich bis dahin auch Axel Voss mit dem World Wide Web bestens auskennt.

Unter dem Hashtag #Axelsurft erreichen ihn daher aktuell unzählige, nennen wir es Hinweise, mit denen viele scherzhaft das Nutzerverhalten des CDU-Politikers analysieren. Man muss nicht erwarten, dass sich Menschen anderer Generationen bestens mit dem Internet von heute auskennen – außer vielleicht, wenn sie für das von morgen verantwortlich sein möchten.

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