#Wirsindmehr wird mehr: Auch die Toten Hosen spielen beim Soli-Konzert in Chemnitz

Nach Marteria, Kraftclub und Casper kündigen sich nun auch die Toten Hosen an. Unter dem Motto #wirsindmehr spielen sie am kommenden Montag ein kostenloses Konzert in Chemnitz.

Nun auch die Toten Hosen: Immer mehr Bands setzen ein Zeichen gegen Rechts in Chemnitz

"All den Menschen, die von den Neonazis angegriffen wurden, wollen wir zeigen, dass sie nicht alleine sind." Foto: Tobias Schwarz / Getty Images

Ab 17 Uhr sollen am kommenden Montag auf dem Platz des Karl-Marx-Monuments in Chemnitz Die Toten Hosen, Marteria & Casper, Nura, K.I.Z, Feine Sahne Fischfilet sowie die Lokalmatadoren Kraftklub und Trettmann auftreten. „All den Menschen, die von den Neonazis angegriffen wurden, wollen wir zeigen, dass sie nicht alleine sind“, heißt es in einem gemeinsamen Statement der Musiker*innen.

Hintergrund für #wirsindmehr

Am Sonntag kam es zu einem tödlichen Messerangriff auf einen 35-jährigen Deutschen beim Chemnitzer Stadtfest. Aufgrund dessen fanden Anfang der Woche mehrere Demonstrationen von Rechten und rechtsradikalen Gruppen statt, bei denen sich die Stimmung immer weiter aufheizte. Neben Ausschreitungen mit Gegendemonstrant*innen kam es zu gewalttätigen Übergriffen auf Menschen, mehrere Demonstrierende machten den Hitlergruß. Mehr dazu findet ihr in unserem Artikel: Ausnahmezustand in Chemnitz: Die Polizei unterschätzt die Rechtsextremen.

Nun Soli-Konzert am Platz der Ausschreitungen

Die Musiker*innen wollen nun ein Zeichen gegen Rechts setzen. Als eine Reaktion auf die „besorgniserregenden Entwicklungen“ in Chemnitz schlossen sich die Künstler*innen auf Initiative von Kraftklub für das Konzert gegen Fremdenfeindlichkeit und für Menschlichkeit zusammen, wie eine PR-Agentur am Mittwoch in Berlin mitteilte.

Die Rapper Materia und Casper hoffen, dass ihre Fans „auch mal dahin kommen, wo es wichtig ist“. In ihrem gemeinsamen Statement heißt es: „Tausende Leute ziehen durch Chemnitz, instrumentalisieren einen erbärmlichen Mord und jagen wieder Menschen aufgrund ihrer Herkunft oder Hautfarbe. Es geht ihnen nicht darum zu trauern, sondern um ihrem Hass freien Lauf zu lassen. Es waren jedoch auch tausende Leute auf der Straße, die diese Hetze nicht hinnehmen wollten. (…) Wir freuen uns, wenn noch viel mehr Leute den Arsch hochbekommen und wenn die Menschen, die sich diesen Zuständen immer wieder in den Weg stellen, auch mal Kraft tanken können.“

Das Open-Air-Konzert zählt zur Reihe Rock am Kopp und ist für Besucher*innen kostenlos. Bereits über 13.000 Menschen klickten bei der Veranstaltung auf Facebook auf Zusage, 69.000 sind interessiert. Die breite Zusage in den sozialen Medien unterstreicht das Motto der Veranstaltung #wirsindmehr.