Midterm Elections: Warum Frauen jetzt Trump stürzen könnten

Bei den Wahlen zur Halbzeit der Präsidentschaft könnten die Frauen in den USA die Machtverhältnisse verschieben – als Wählerinnen und Politikerinnen. Ein Kommentar

Midterm Elections: Warum Frauen heute Trump stürzten könnten

Frauen protestieren gegen die Ernennung des Obersten Gerichtshofs. Foto: Getty Images / AFP/ Roberto Schmidt /

Am Dienstag steht eine Wahl an, die die Machtverhältnisse in den USA verschieben könnte. Bei den sogenannten Midterm Elections – sie stehen für die Wahlen zur Halbzeit einer Präsidentschaft – wird der Kongress neu gewählt. Dieser besteht aus zwei Kammern, dem Repräsentantenhaus und dem Senat, welche den großen Gesetzen zustimmen müssen. Am 6. November werden in den USA alle Abgeordneten des Repräsentantenhauses und etwa ein Drittel der Senator*innen neu gewählt. Dazu kommen in vielen Bundesstaaten die Gouverneur*innen- und Parlamentswahlen.

In beiden Kammern halten die Republikaner*innen, Donald Trumps Partei, derzeit die Mehrheit sowie auch mehr Gouverneur*innensitze als die Demokrat*innen. Laut Umfragen können die Demokrat*innen nun aber mit einem Zuwachs rechnen – vor allem bei den Frauen. Bei keiner anderen Wähler*innen-Gruppe steht Trump derart schlecht da.

Prominente Frauen rufen zum Wählen auf

In einem Video-Spot fragt die Schauspielerin Jodie Foster andere prominente Frauen, was ihnen wichtig ist. Sie betonen, wenn Gesundheitsvorsorge, gleiches Gehalt, gleiche Rechte, Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Frauenrechte und Menschenrechte dir wichtig sind, wenn du kein weiteres Shooting an einer Schule mehr ertragen kannst, dann geh wählen. Das Video zeigt unter anderem Cher, Laverne Cox, Ellen Pompeo, Constance Wu, Christy Turlington-Burns und Olivia Munn und soll Frauen dazu motivieren, am 6. November ihre Stimme abzugeben.

Derartige Spots gibt es nicht ohne Grund. Frauen mobilisieren intensiv für die Demokrat*innen bei dieser Wahl. Denn bei den vergangenen Wahlen sind viele Frauen zu Hause geblieben. 2016 seien viele Frauen nicht wählen gegangen, weil sie ihre Stimme Hillary Clinton nicht geben wollten und nicht dachten, dass Trump die Wahl tatsächlich gewinnen würde, erklärt die Politologin Elizabeth Sherman gegenüber dem ORF.

Neue Ära des weiblichen Widerstands

Vor zwei Jahren haben noch die Hälfte der weißen Frauen ihre Stimme Donald Trump gegeben. Präsident Trump hat durch seine frauenfeindliche und diskriminierende Politik sowie die Ernennung von Brett Kavanaugh als obersten Richter mittlerweile aber eine Ära des weiblichen Widerstands erschaffen: Schülerinnen, die schärfere Waffengesetze fordern und Frauen, die für ihr Recht auf einen Schwangerschaftsabbruch auf die Straße gehen. Laut den aktuellsten Umfragen wollen zwei Drittel der Frauen am Dienstag für die Demokrat*innen stimmen. 

Nicht nur die Wählerinnen mobilisieren gegen Trump, sondern auch eine Rekordzahl von Kandidatinnen in den Vorstädten treten zur Wahl an. Im US-Bundesstaat Georgia könnte mit der Demokratin Stacey Abram zudem erstmals eine schwarze Frau Gouverneurin werden. Noch nie haben sich so viele Frauen um politische Ämter beworben wie in diesem Jahr, erklärt die Politologin. Während Frauen sich zusammen tun, setzt Trump weiter auf Einwander*innen als Drohkulisse.

Auch wenn Donald Trump selbst bei den Midterm Elections nicht zur Wahl steht, so ist ein Widerstand der Frauen in den USA zu spüren. Und sollte Donald Trump einen Denkzettel bekommen, so haben diese demokratische Welle die Frauen im Land ausgelöst.