9 Musikerinnen, die deine Unterstützung in der Corona-Krise besonders verdienen

Keine Konzerte, keine Festivalauftritte und kaum verkaufter Merch: Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind für Musiker*innen dramatisch.

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Die Musikerinnen von Gurr und Ilgen-Nur. Pressefotos: © Marco Leitermann (links), Constantin Timm (rechts)

Das Konzert der Lieblingsband wurde abgesagt oder schon auf das kommende Jahr verlegt, das Festival, für das extra Urlaub eingereicht wurde, kann vielleicht nicht stattfinden. Was für uns ärgerlich ist, bedeutet für die Musiker*innen vor allem eins: Durch die fehlenden Einnahmen bricht eine Haupteinnahmequelle weg – und das auf unbestimmte Zeit. Laut einer aktuellen Umfrage sieht mehr als die Hälfte aller Musikschaffenden in Deutschland durch die Corona-Krise die eigene Existenz bedroht.

Die Zeit, die ihr auf Konzerten oder Festivals verbracht hättet, könnt ihr nun nutzen, um neue Musik zu entdecken. Wir stellen euch neun Künstlerinnen aus dem deutschsprachigen Raum vor: Denn auch, wenn ihr in der nächsten Zeit auf Liveauftritte von Musiker*innen verzichten müsst, könnt ihr sie finanziell unterstützen. Das geht zum Beispiel durch den Kauf und die Vorbestellung von Alben oder den Support auf Crowdfunding-Plattformen oder Bandcamp.

1) Amilli

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Song zum Reinkommen: Bang Bang mit AnnenMayKantereit
https://open.spotify.com/track/2JPFrY4uQ2WIFThXoYpmzr?si=xc3zD0CiS322oJO9JEa0dQ

Sie coverte zusammen mit AnnenMayKantereit Bang Bang und war mit der Band auf Tour. Im vergangenen Jahr spielte die 19-jährige Bochumerin auf Festivals wie dem Lollapalooza oder dem Kosmonaut – da hatte sie gerade erst ihr Abitur gemacht. Zuletzt war Amilli auf ihrer ersten Headlinerinnentour durch Europa unterwegs. Mit ihrer wundervoll zarten Stimme und der musikalischen Mischung aus R’n’B und elektronischem Neo-Soul ist sie eine absolute Nachwuchshoffnung. In einer Insta-Story ruft sie bezüglich der Corona-Pandemie zu Solidarität auf.

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Screenshot aus der Insta-Story von @amilliofficial.

2) KeKe

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Song zum Reinkommen: Alles gut
https://open.spotify.com/track/3WBV8wkYvWRfV0NDBrYuvV?si=e02xhkIZSO6oB8gJU2Rr9A

Die Juice schrieb einst, sie könne vielleicht „Rap wieder weich machen“. Doch die Wienerin KeKe ist einfach nur radikal ehrlich und beschäftigt sich in ihren Texten mit Weiblichkeit, Mental Health oder Schönheitsnormen. Sie macht Rap nicht weich, sie zeigt, wie feministischer Rap aussehen kann. Damit überzeugte sie 2019 auch gleich zwei Szenegrößen. Sowohl Felix Kummer als auch Trettmann hatten sie als Featuregast auf ihren Alben.

3) Alli Neumann

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Song zum Reinkommen: Monster
https://open.spotify.com/track/2FuYKRt6Kx8RvvyQMMsUYA?si=RJWRTQjrTsmqDSD_PE_Xqw

Auf dem Reeperbahnfestival eröffnete sie die Shows für AnnenMayKantereit und wirkte in Songs von Trettmann und Max Herre mit. Für ihre zweite EP arbeitete Alli Neumann teilweise mit dem Produzenten von Falco zusammen. Mit kratziger Stimme singt sie im Indie-Garage-Alternative-Gewand über Schmerzen, Sehnsüchte und Ängste. Alli Neumann musste, wie so viele Künstler*innen in diesen Tagen, ihre Tour verschieben und sagt: „Ich hätte nie gedacht, dass mir das passiert und es fällt mir unglaublich schwer, diese Tour zu verschieben. Ihr wisst, dass diese Tour das Highlight meines Lebens ist, und das bleibt sie auch weiterhin.“

4) Mia Morgan

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Song zum Reinkommen: Waveboy
https://open.spotify.com/track/2wY7LvJjvQ9cJEndk0AbY8?si=US-iaPGSSq-oCt9YCf0eRg

„Gothgirl“ Mia Morgan war bei der diesjährigen Ausgabe des Frauenkonzerts von K.I.Z. der Support-Act. Vor 11.000 Zuschauerinnen präsentierte sie ihren Gruft-Pop. Der erinnert musikalisch an den 80er-Jahre-Synthie-Schlager-Pop von Drangsal. Der Musiker ist, wie Casper und die Leoniden auch, bekennender Fan. Auf Instagram spricht sie nicht nur über ihre Musik, sondern auch über Mental Health. In einem Post aus der „Halbisolation im Studio“ schreibt sie über die Auswirkungen des Coronavirus für sie: „Ich habe Angst um bevorstehende Auftritte und für eine pessimistische Person wie mich fühlt es sich scheiße an, dass gerade jetzt, da ich mit einer Band aufzutreten begonnen und die Dinge so richtig in Angriff genommen habe, höhere Gewalt um sich greift.“

5) Of Colours

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Song zum Reinkommen: Wildfires

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Anne Brendel ist die Frontfrau der Modern-Metal-Band Of Colours aus Frankfurt am Main. Ihrem 2018er Debütalbum Entelechy folgten eine Menge Festivalauftritte und die Band trat gleich mit Szenegrößen wie Bury Tomorow, Any Given Day oder Suicidal Tendencies auf. Bei Of Colours treffen harte Gitarrenriffs auf atmosphärische Melodien und die Shouts von Sängerin Anne – damit verbindet die Band moderne Metalklänge mit ihren Wurzeln im Hardcore.

6) Toni Strange

https://www.instagram.com/p/B2UFnpgHqtI/

Song zum Reinkommen: Lilith
https://open.spotify.com/track/5bzLjBmhmQmllVE3K1mgP8?si=zI6ViwgoSHKbEnMMe7A3SQ

Der Beat steht bei Toni Strange im Vordergrund. Doch in ihren Texten geht es, anders als bei Trap-Künstlern wie Yung Hurn oder Shindy, um Depressionen, aber auch um Fröhlichkeit oder Verführung. Sie selbst will diese Ambivalenz annehmen und die Gegensätze vereinen, wie sie in einem Interview sagt. Es ist die Abkehr von der Oberflächlichkeit, die Toni Strange auszeichnet und von männlichen deutschen Rappern unterscheidet.

7) Umme Block

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Song zum Reinkommen: Yellow Lights
https://open.spotify.com/track/1YqDBFgERiSnhmgdAnP8Ta?si=gervD4S3RJibL7PX1bFVCw

Bei der Musik von Umme Block verschmelzen Synthies, Gitarren und analoge Beatmaschinen mit den Stimmen der beiden Frauen und werden zu vielschichtigen Klängen, die an The XX oder Moderat erinnern. München ist ihre Homebase und die haben sie spätestens seit ihrem Auftritt beim Puls Festival 2019 fest im Griff. Leoni Klinger und Klara Rebers machen zusammen Musik seit sie 13 sind, ihre Band Umme Block, mit der sie es ins Spitzenförderprogramm des Verbands für Popkultur in Bayern geschafft haben, gründeten sie 2018. Wegen der Corona-Pandemie stehen einige Festival-Auftritte der Band auf der Kippe. Auch wenn das Duo den Musikerinnenberuf noch im Nebenerwerb ausübt, appellieren sie in einem Interview: „Man kann nur sagen: Leute: Kauft Merchandising-Produkte, kauft Platten!“

8) Gurr

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Song zum Reinkommen: Walnuss
https://open.spotify.com/track/7gh0No0qSW7RftdOy8WKjw?si=tyJ11eALQiWuu-7oNLew6A

Walnuss ist einer der wenigen deutschsprachigen Texte der Berlinerinnen Andreya Casablanca und Laura Lee. Zusammen machen sie bei Gurr Nachdenk-Pop für ein meist eher punkigeres Publikum; retro meets Hi-Fi. In ihren Texten geht es oft um die Selbstermächtigung von Frauen und selten klingt das so leicht und so global wie bei Gurr. Auf Instagram teilten sie, im Hinblick auf den Einfluss der Corona-Pandemie auf die Musikwirtschaft, eine Playlist mit ihren Lieblingssongs und starten einen Aufruf: „Hören wir in den kommenden Tagen viele Lieder, kaufen wir, wenn möglich, Merchandise-Artikel und unterzeichnen wir diese Petition, damit Musiker und ähnliche Berufe staatliche Unterstützung erhalten.“

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9) Ilgen-Nur

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Song zum Reinkommen: In My Head
https://open.spotify.com/track/672iF5KjJNTGxdo8JWMD4i?si=SP6jkIw3SI6h-FAeFMfIFg

Ihren Namen kann in einem Atemzug mit Künstlerinnen wie Courtney Barnett, Stella Donnelly oder Kate Nash genannt werden. Die Gitarrenmusik der 24-jährigen Wahlberlinerin klingt mal verträumt und entspannt, mal kraftvoll und wütend. Sie selbst sagt, dass sie ihre Songs im Bett schreibt. Ilgen-Nur ist seit ihrem Debüt im Jahr 2017 völlig zu Recht zur großen Hoffnung der deutschen Indie-Szene avanciert, war schon im Vorprogramm von Tocotronic auf Tour und wurde von Max Rieger (Die Nerven) produziert. Auch bei ihr sind Festivalauftritte, wie etwa auf dem Immergut, unsicher.